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Home Inhaltsverzeichnis Kontakt Impressum Update 29.9.18
 
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Umbau eines Golf II 90PS Vergaser auf 16V

Ein recht günstiges Angebot in unserem Kleinanzeigenteil machte mich auf folgenden Jetta 16V aufmerksam. Da es bei meinem Winter-Golf mit der AU nicht mehr so recht klappen wollte und weitere Reparaturen kategorisch abgelehnt wurden, war das der richtige Zeitpunkt den alten 85er Golf einer Radikalkur zu unterziehen.
Das ist der Motor der Begierde!!!
Ein 16V mit G-Kat. Stolze 129PS und 168Nm Drehmoment sollen dem betagten Winter-Golf noch einmal mächtig die Sporen geben.
Als erstes habe ich mal das Wasser abgelassen und den Kühler ausgebaut. Dann habe ich die Einspritzung entfernt. Die Einspritzdüsen einfach herausziehen und nachher alles schön einpacken, damit nichts anfängt zu rosten! In alle Öffnungen einen Lappen stecken, damit kein Dreck in das gute Stück gelangen kann.
Wenn man dann alle Kabel, Baudenzüge, Gelenkwellen, die Tachowelle, die Schaltung und das Hosenrohr gelöst hat, kann man den Motor eigentlich ausbauen.
Motor an den beiden Ösen einhängen und dann die Schrauben von den Motorlagern lösen. An dieser Stelle noch mal ein Dank an Marcos Vater, der uns diesen Motorheber gebaut hat (Extra für tiefe Autos mit flachen Rollen). Die Motorlager werden auch mit getauscht, da im 91er Jetta schon Hydrolager sitzen.
Und schon ist der Wagen Trieblos.
Wenn man schon einmal einen edelen Spender hat, sollte man auch alle seine Vorteile nutzen. Das weiche Amaturenbrett wird gleich mit übernommen. Da sich die Zentralelektrik auch geändert hat, übernehme ich auch den kompletten Kabelbaum. So erspare ich mir das Anpassen des Motorkabelbaumes und das des Kombiinstrumentes an die alte Zentralelektrik meines Golfes.
Wenn man den ganzen Kabelbaum ausbreitet, dann sieht das ungefär so aus.
Die Auspuffanlage wird natürlich auch mit übernommen. Der Durchmesser beim 16V und auch beim G60 liegt bei 55mm im Gegensatz zum 90PS oder GTI Motor mit 50mm. Da der Endschalldäpfer zu lang ist beim Jetta habe ich mir einen Gebrauchten originalen vom G60 besorgt (der Durchmesser ist ja gleich).
Die Hinterachse wird auch komplett getauscht. Einerseits wegen der Scheibenbremsen und zum anderen ist die 16V Hinterachse mit einem zusätzlichen Stabi ausgestattet. 130tkm weniger Laufleistung sind natürlich auch noch ein Argument.
So jetzt geht es endlich an dem Golf weiter, der ja den Motor erhalten soll. Zunächst werden die Achsen getauscht, damit der Jetta sich wieder von der Grube bewegen läßt. Die Achse des 16V ist durch die Scheibenbremse und den Stabi bedeutend schwerer! Die Handbremsseile sind leider Baujahr bedingt zu kurz.
Mit Scheibenbremse sieht es gleich viel besser aus. Ich hoffe der Rost reibt sich wieder ab, sonst sind noch neue Scheiben fällig.
Der 90PS Motor ist schnell ausgebaut. Hier sind wesentlich weniger Kabel und Benzinschläuche zu entfernen. Sucht noch jemand einen Motor.....????
Die Benzinpumpe darf natürlich nicht fehlen! Um nicht allzuviel hin und her zu Basteln, habe ich gleich den ganzen Tank und alle Benzinschläuche mit übernommen. Die Benzinschläuche sind teilweise dicker und in dem Tank sitzt noch eine Pumpe. Bei den neueren Fahrzeugen hat man auch noch eine Tankentlüftung, die bis nach vorne geführt wird und dort durch einen Aktivkohlefilter geleitet wird. Das braucht man zwar aus technischen Gründen nicht, aber der Umwelt zuliebe und manche TÜV-Prüfer achten auch darauf und bestehen auf den Aktivkohlebehälter.
Langsam macht sich die neue Elektrik in dem Golf breit. Der Relaisplattenhalter muß noch angepaßt werden und in der Spritzwand wurde ein Loch erweitert um dem größeren Kabelbaum Platz zu schaffen.
Auch vorne soll die größere Bremse eingebaut werden. Die 90PS Bremse, die schon einmal durch innenbelüftete Scheiben vom GTI aufgewertet wurde, hätte zwar gereicht, aber was man hat - hat man!
So sieht es schon besser aus. Auf der rechten Seite war das Radlagergehäuse durch den Unfall verzogen. Richten oder gar heiß machen darf man ein Radlagergehäuse nicht, es würde bei der nächst stärkeren Belastung brechen! Ein gebraucht Teil vom Passat sorgte hier für Abhilfe, welches genau Baugleich ist.
Da die eine Gelenkwellenhülle eh kaputt war und die andere spröde, werden gleich beide ersetzt. Das kostet zwar extra, dafür braucht man sich später nicht mehr zu ärgern.
So das Fahrwerk ist fertig, jetzt kann wieder der Motor eingehängt werden.
Die Tankentlüftung wird samt Aktivkohlefilter mit übernommen. Sonst erfüllt der Motor nicht die Euro I Norm.
Jetzt geht das ganze Spiel wieder Rückwärts. Alle Kabel, Seilzüge, Wasserschläuche und Luftanschlüsse müssen wieder angeklemmt werden. Die Batteriehalterung ist einmal entrostet und wieder neu lackiert worden.
Der Motor lief schon, aber er "klappert" ein wenig im Kopf. Die Ursache ist die ausgeleierte Steuerkette, die die Nockenwellen miteinander verbindet. Die Kette ist nicht teuer, aber die Nockenwellen müssen dafür einmal ausgebaut werden.
So sieht der Motor dann fertig aus. Nicht besonders sauber, aber er läuft ganz gut.
Alles was übrig geblieben ist wird in den geschlachteten Jetta gestopft und zum Schrottplatz gebracht. Der Schrottplatz kümmert sich um den Verwertungsnachweis. Das Ende eines Autos!



Und natürlich ist der Motor auch von einem TÜV eingetragen worden!
 
 

Autor: Carsten B.

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