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Home Inhaltsverzeichnis Kontakt Impressum Update 29.9.18
 
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Einbau eines Sperrdifferentials

Wenn Leistung in Vortrieb umgewandelt werden soll, dann stößt man beim Fronttriebler schnell an die Grenzen der Haftreibung und die Räder drehen durch. Noch schlimmer wird es in der Kurve. Die Räder kämpfen bereits mit der Querbeschleunigung und das kurveninnere Rad wird auch noch entlastet. Bei einem Gasstoß dreht das Kurven innere Rad durch und womöglich untersteuert das Auto auch noch. Die Probleme fangen im Differential an. Das sorgt dafür, dass das Drehmoment vom Getriebe auf beide Antriebsräder verteilt wird. Dabei geht das Differential den Weg des geringsten Widerstandes und verteilt das Drehmoment dahin, wo sie eigentlich gar nicht gebraucht wird. Steht ein Rad auf dem Glatteis, dann dreht nur dieses Rad und das Auto bleibt stehen.
Ein Sperrdifferential schafft hier Abhilfe. Hier kommt ein Drehmoment fühlendes Differential zum Einsatz. Je schwerer sich ein Rad drehen lässt, umso mehr Drehmoment wird an dieses Rad verteilt.
Da gleichzeitig die Übersetzung geändert werden sollte, wurden zwei G60 Getriebe angeschafft. Eins aus einem Corrado G60 mit langer Achsübersetzung und eins aus einem Golf G60 mit langem 5. Gang. Passend kombiniert erhält man ein moderat verlängertes Getriebe.
Getriebeöl wird meistens nie gewechselt, so hat sich einiges abgelagert. Der technische Zustand ist aber einwandfrei.
Von links nach rechts sieht man den 4., 3., 2., Rückwärts- und den 1. Gang. Dazwischen sieht man die Synchronringe. Gerade die Synchronringe sollten besonders auf Verschleiß geprüft werden. Ganz links auf der Verzahnung sitzt normalerweise der 5. Gang. Dieser kann einfach abgezogen werden.
Ordnung ist das halbe Leben. Alles was ausgebaut wird, wir sauber in Kisten gelegt, damit man nachher auch alles wiederfindet. Links oben sieht man das alte Differential. Rechts unten liegt der 5. Gang.
Das ist der Rest vom Innenleben. Oben links sieht man die Schaltgabeln. Rechts daneben liegen die Flansche, die direkt im Differential stecken und an die die Gelenkwellen angeschraubt werden. Darunter liegt der Rückwärtsgang. Ganz unten liegen die ausgebauten Getriebewellen.
Ohne Spezialwerkzeug sind nicht alle Arbeiten zu erledigen. Da die Lager alle erneuert werden sollen, muss auch die Lagerschale von der Abtriebswelle heraus.
Um die Lagerschalen sauber aus dem Gehäuse zu bekommen, ist eine Presse nötig. Da die nicht immer zur Hand ist, hat sich das Radlager Ausbau Werkzeug als sehr hilfreich erwiesen. Mit ein paar extra gedrehten Pressstücken lässt es sich für jedes Lager anpassen.
Damit gehen die Lagerschalen nicht nur wunderbar heraus, sondern ebenso gut auch wieder hinein.
Jetzt wird es heiß! Der Gasbrenner ist hier eigentlich das falsche Werkzeug. Ein Ofen wäre besser geeignet. Also schön langsam gleichmäßig erwärmen und auf keinen Fall eine Stelle zu heiß werden lassen.
Das erwärmte Zahnrad hat sich ausgedehnt und so bekommt man es ohne Gewalt anwenden zu müssen auf das Differential aufgesetzt.
Original ist das Zahnrad mit Nieten befestigt. Da diese zuvor aufgebohrt wurden, müssen sie jetzt durch Schrauben ersetzt werden. Die liegen entweder beim Differential bei, oder müssen extra besorgt werden. Ich hatte das Glück, dass an meinem Getriebe das Differential schon einmal erneuert wurde und ich somit auch einen Satz originaler Schrauben hatte.
Bevor das Getriebe wieder zusammengebaut werden kann, muss das Spiel aller Wellen genau eingemessen werden. Durch Passscheiben wird das Spiel nach Werksvorgaben ausgeglichen.
Noch ein letzter Blick auf das überholte Innenleben.
Auf die Dichtflächen kommt noch eine Dichtmasse, damit später kein Getriebeöl auslaufen kann. Alle Dichtungen und Simmerringe werden natürlich auch erneuert.

 
 

Autor: Carsten B.